Villeroy & Boch - eine Erfolgsgeschichte

1748 begann Francois Boch als Träger des Titels " Bombardier du Roi ", königlicher Kanonengießer, mit Hilfe seiner drei Söhne im lothringischen Deutsch-Oth (Audun le Tiche) mit der Herstellung von Keramikwaren, insbesondere Geschirr.

1766 wurde ein neues Werk in Septfontaines/Luxemburg gegründet, mit dem Ziel der frühindustriellen Serienproduktion.

Als besondere Anerkennung darf die Faiencerie den Titel "Manufacture Impériale et Royale" tragen.
Luxemburg gehört zu den frühen Absatzmärkten der Bochs.

Daher richtet François' Sohn Pierre-Joseph ein Gesuch an die österreichische Regierung, in der Provinz Luxemburg eine Manufaktur gründen zu dürfen. Unter zahlreichen Bewerbern erhält er von Kaiserin Maria Theresia die Genehmigung.
1767 Expansion und Geschichte von Alt Luxemburg.Dank der hohen Nachfrage nach diesen Waren konnte das Unternehmen 1767 expandieren und begann nahe der Festung Luxemburg mit der Serienproduktion von Keramik unter dem Namen Jean-François Boch et Frères. Die weltweit beliebte Tischkultur-SerieAlt Luxemburg“, geht auf den Brindille-Dekor, den Pierre-Joseph 1770 schuf, zurück.

Er gestaltete eine Reihe von künstlerischen Keramiken u.a. muschelförmige Ornamente.

Jean-François Boch kauft, 1809, die ehemalige Benediktiner-Abtei in Mettlach an der Saar. Hier errichtete er im Barockbau eine hoch-moderne, weitgehend mechanisierte Geschirrfabrikation ein.

Er selbst konstruiert viele neue Fertigungsmaschinen für die Massenproduktion.Mit ihr verwirklichte Boch einige seiner Ideen von Maschinen zur Fertigung seiner Waren, für die Massenproduktion. Die Abtei ist der heutige Firmensitz von Villeroy & Boch.

Zusätzlich wurde ab 1829 in Boch, ab 1829 ein weißes, sehr hartes Steingut entwickelt und produziert, wodurch auch die Keramikware auf dem überregionalen Markt absetzen ließ.

Der Kaufmann Nicolas Villeroy erwirbt gemeinsam mit zwei Partnern eine Steingutfabrik in Vaudrevange, dem heutigen Wallerfangen. 1797 geht sie voll in seinen Besitz über. Villeroy gehört zu den ersten Keramikfabrikanten, die Kohle als Brennstoff einsetzen.

Zur Modernisierung der Produktion holt er Experten aus England und Frankreich. Er experimentiert vor allem mit dem Dekordruck.

Das Kuperstichverfahren, um Porzellan zu bedrucken, war der Start seiner Serienproduktion. So konnte er ab 1815, die Produkte preisgünstiger als die Konkurrenz anbieten.

Die Kupferstiche wurden zunächst auf Seidenpapier gedruckt. Die ausgeschnittenen Stücke wurden auf die noch ungebrannte Keramik appliziert. Das Papier verbrannte beim Brennvorgang, während die Metallfarbe auf der Keramik zurückblieb.

1843 eröffneten Villeroy und Boch ihr erstes gemeinsames Werk in Wadgassen im Saarland, die Cristallerie. Der Grund für den Zusammenschluss: Gemeinsam sind wir stark.

Um im europäischen Wirtschaftsgefüge, vor allem neben der dominierenden englischen Industrie bestehen zu könnenschließen sie einen Fusionsvertrag. Das Unternehmen Villeroy & Boch entsteht, um die Stärken beider Seiten, gestalterisches Talent, Kaufmannsgeist, Innovationskraft und Produktionskapazität zu bündeln. Sie zählten zu den ersten Global Players des 19. Jahrhunderts.

Dies ermöglichte ihnen einen weiteren Aufstieg im überregionalen und später europaweiten Markt.